Internationale Wochen gegen Rassismus (IWgR)

Dieses Jahr finden die Internationalen Wochen gegen Rassismus unter dem Motto „Menschenrechte für Alle“ vom 11. bis 24. März statt.

Der 21. März wurde 1966 von den Vereinten Nationen zum Internationalen Tag gegen Rassismus ausgerufen. Anlass dafür war der sechste Jahrestag des Massakers von Sharpeville in Südafrika. Inzwischen haben sich rund um diesen Tag die Aktionswochen gegen Rassismus etabliert, die eine Gelegenheit bieten, sich einmal mehr in Erinnerung zu rufen, wie gefährlich Rassismus sein kann und wie wichtig das Engagement dagegen ist.

Am Vormittag des 21. März 1960 sammelten sich im südafrikanischen Township Sharpeville zahlreiche Menschen, um friedlich gegen die Passgesetze des Apartheid Regimes  zu protestieren. Als der Protestzug gegen Mittag die örtliche Polizeistation erreichte, warteten auf die inzwischen 5.000 Demonstranten 300 Polizisten. Während eines kleinen Handgemenges geriet ein Polizist in Panik und feuerte seine Waffe ab. In einer Kettenreaktion begannen auch seine Kollegen, in die Menge zu schießen. Dabei wurden 69 Menschen getötet und 180 schwer verletzt. Innerhalb von Stunden gingen die Ereignisse von Sharpeville um die Welt.

Der UN-Sicherheitsrat verurteilte das Massaker und forderte ein Ende der Apartheid. Sechs Jahre später rief die UN-Vollversammlung den 21. März zum Internationalen Tag gegen Rassismus aus  und forderte die Mitgliedstaaten auch dazu auf, rund um den Tag Aktionswochen gegen Rassismus zu organisieren.

1995 gab es in Deutschland die ersten Veranstaltungen zum Internationalen Tag gegen Rassismus. 2008 wurde wegen der Vielzahl an Aktivitäten und der steigenden Beteiligung der Aktionszeitraum auf zwei Wochen ausgeweitet. Seit 2016 koordiniert die Stiftung für die Internationalen Wochen gegen Rassismus (kurz: Stiftung gegen Rassismus) die UN-Wochen gegen Rassismus.

Die Antidiskriminierungsstelle Braunschweig plant im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus, Literaturempfehlungen zum Thema auf ihrer Webseite und Instagram-Profil zu veröffentlichen. Die Buchempfehlungen richten sich sowohl an Erwachsene als auch an Kinder.

Außerdem werden wir uns in einem eigenen Beitrag dem Thema Rassismus widmen. Nach einem kurzen historischen Rückblick richtet sich der Fokus des Artikels auf die gegenwärtige Situation in Deutschland. Die aktuellen Erkenntnisse über Rassismuserfahrungen in Deutschland lassen Zweifel an der Wirksamkeit politischer Maßnahmen zu seiner Eindämmung aufkommen und zeigen außerdem, dass Rassismus nicht nur in Zusammenhang mit den berüchtigten rechtsextremistischen Anschlägen existiert.

Quellen:

  • South African History Online, Sharpeville Massacre, 21 March 1960, <https://www.sahistory.org.za/article/sharpeville-massacre-21-march-1960>. 
  • Time Magazine, South Africa: The Sharpeville Massacre, 04.04.1960,  <https://content.time.com/time/subscriber/article/0,33009,869441,00.htmll>.
  • Resolution des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen: Resolution 134 (1960), 1 April 1960, S/RES/134(1960).
  • Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen: Resolution 2142 (XXI) „Elimination of all forms of racial discrimination“, 26 Oct. 1966, A/RES/2142(XXI). 
  • Stiftung gegen Rassismus <https://stiftung-gegen-rassismus.de/. 
     
Machen Sie sich starkgegen Diskriminierung!
Für Ratsuchende

Sie sind betroffen von Diskriminierung?

Unsere vertrauliche und kostenlose Beratung unterstützt Sie, Handlungsräume aufzuzeigen und gemeinsam Lösungen für Ihre individuelle Situation zu finden.

Zur Beratung